Darm-Spiegelung & Vorsorge
„Was kann ich tun, um Darmkrebs zu verhindern?“
Was wir tun, um Polypen besser zu erkennen
Einsatz innovativer Koloskopie-Technik in der Endosonopraxis
Eine hochwertige Darmspiegelung erfordert hochwertige Technik. Wir setzen deshalb auf Koloskopie-Verfahren, die Unregelmäßigkeiten im Darm nachweislich besser erkennen lassen. Dazu eignet sich vor allem die G-Eye-Technik.
Dr. Daniel Gleichmann gehört zu denen, die diese innovative Methode bereits seit ihrer Einführung in Deutschland nutzen. Für ihn ist sie nach vielen Tausenden von Untersuchungen zu einem unverzichtbaren Standard geworden.
Im Folgenden erfahren Sie mehr über die in unserer Praxis angewandten Verfahren und ihre Vorteile für das Erreichen eines gemeinsamen Ziels: der gründlichen Untersuchung Ihres Darms.
Schwer einsehbare Bereiche gezielt darstellen – dank Ballon
Bei jeder Koloskopie können Darmfalten die Sicht auf die Schleimhaut einschränken. Insbesondere hinter Querfalten befindliche Polypen sind schwerer zu erkennen. Das ist eine Art „blinder Fleck“ der Darmspiegelung. Auch mit hervorragender Bildqualität und großem Geschick lässt sich dieses anatomische Problem nicht vollständig beseitigen.
Hier bietet die von uns eingesetzte G-EYE-Technik einen entscheidenden Vorteil: Ein mit dem Koloskop fest verbundener Ballon wird bei Bedarf mit Luft gefüllt. Das ermöglicht eine stabilere Lage des Instruments und verhindert den schnellen Abstrom des zur Darmentfaltung eingebrachten CO 2-Gases. Gleichzeitig werden durch den Ballon Querfalten auseinandergezogen. So lassen sich insgesamt deutlich mehr Polypen entdecken, auch in normalerweise schlecht einsehbaren Bereichen. Dieser herausragende Effekt ist wissenschaftlich belegt 1).
Mehr sehen mittels hyperflexibler Endoskope und detaillierter Darstellung
Eine andere Möglichkeit, ungünstig gelegene Polypen aufzufinden, ist die sogenannte Inversion 2). Dabei wird das Ende des Koloskops um 180 Grad abgewinkelt. Dieses Manöver ermöglicht zusätzliche Einblicke hinter Darmfalten, ist aber mit einem Standardgerät nicht immer problemlos umsetzbar.
Mit einem hochflexiblen, dünnen Koloskop dagegen lässt sich die Inversion leichter durchführen. Gerade bei sehr engen Passagen erweist sich ein solches Endoskop in unserer Praxis immer wieder als äußerst nützlich.
Einen wichtigen Beitrag zur Endoskopie-Qualität leisten auch moderne Bildgebungsverfahren mit digitalem Farbkontrast wie i-SCAN 2). Zusammen mit hoher Auflösung kommen dadurch Schleimhaut-Veränderungen klarer und detaillierter zur Darstellung. Deshalb verwenden wir anstelle von Weißlicht bei allen Untersuchungen grundsätzlich i-SCAN.
Moderne Technik und Erfahrung kombiniert
Über die Qualität einer Endoskopie entscheidet aber nicht allein das gewählte Verfahren. In der Darmkrebs-Vorsorge entfaltet die Koloskopie ihren besonderen Wert erst durch das Zusammenspiel von Technologie und Anwender-Erfahrung. Zu diesem Ergebnis kommen alle Studien zum Thema. Eine große Anwender-Erfahrung spiegelt sich in der Vollständigkeit jeder Koloskopie und einer vergleichsweise hohen Rate entdeckter Polypen. Damit ließe sich auch der Standard der Endosonopraxis recht gut beschreiben.
Und KI? Verbessert sie vielleicht auch die Darmspiegelung? – Tatsächlich wird KI zunehmend zur automatisierten Polypen-Erkennung eingesetzt. Allerdings: Bei erfahrenen Untersuchern konnte durch KI-Anwendung bislang kein zusätzlicher Nutzen gegenüber einer sorgfältig durchgeführten Spiegelung gezeigt werden 3). In dieser Frage wäre eine isolierte Betrachtungsweise auch unangebracht, da selbst die beste KI-Bildgebung nicht imstande ist, mechanische Herausforderungen zu bewältigen. Also das zu tun, was nur Endoskopie-Experten gelingt.
Literatur
1) Haim Shirin, Beni Shpak, Julia Epshtein et al. G-EYE colonoscopy is superior to standard colonoscopy for increasing adenoma detection rate: an international randomized controlled trial. Gastrointest Endosc 2019 Mar;89(3):545-553.
2) Aasma Shaukat, Anne Tuskey, Vijaya L. Rao et al. Interventions to improve adenoma detection rates for colonoscopy. Gastrointest Endosc 2022 Aug;96(2):171-183.
3) Thomas J. Lux, Zita Saßmannshausen, Ioannis Kafetzis et al. Artificial intelligence assisted colorectal lesion detection in private practices a randomized controlled study. NPJ Digit Med 2026 Apr 1;9(1):284